Hansasaal Köln –
Tafelparkett im Historischen Rathaus

Der Hansasaal im Historischen Rathaus zu Köln zählt zu den bedeutendsten profanen Innenräumen Deutschlands. Mit einer Länge von rund 29 Metern, einer Breite von über sieben Metern und einer Deckenhöhe von knapp zehn Metern ist er der größte und prächtigste Saal des Kölner Rathauses – ein Ort, an dem seit dem 14. Jahrhundert Geschichte geschrieben wird. Hier beschloss die Hanse 1367 den Krieg gegen den dänischen König Waldemar Atterdag, hier tagten Gerichte und Ratsversammlungen, hier wurden gekrönte Häupter, Bundeskanzler und internationale Gäste empfangen. Die berühmten Steinfiguren der „Neun Guten Helden“ an der Südwand gehören zum kunsthistorisch wertvollsten Inventar des Gebäudes.

Bodenart
Tafel- und Intarsienparkett
Holzart
Ahorn - Eiche - Nussbaum
Oberfläche
geölt
Verlegeart
Sonstige

Spektakuläres Tafelparkett für ein historisches Juwel

Im Rahmen einer umfassenden Sanierung im Auftrag der Stadt Köln erhielt der denkmalgeschützte Saal 2022 ein vollständig neues Bodenkonzept. Der alte, marode Fliesenboden aus der Nachkriegszeit – kunsthistorisch ohne Bedeutung und über Jahre von einem schweren Perserteppich verdeckt – wurde entfernt und durch ein spektakuläres Tafelparkett ersetzt. Die Planung des neuen Raumkonzepts lag bei dem Kölner Innenarchitekturbüro LEPEL & LEPEL unter der Leitung von Monika Lepel, abgestimmt auf den Lichtentwurf der Planerin Anette Hartung.

Wir übernahmen dabei die komplette Ausführung der Parkettarbeiten auf rund 185 m² Verlegefläche. Zum Einsatz kam ein 2-schichtiges Tafelparkett auf 15 mm Multiplex-Trägerplatte, gefertigt aus drei europäischen Hölzern: Eiche Natur, europäischer Ahorn und europäischer Nussbaum. Jedes einzelne Rautenelement misst 682,5 × 394 mm bei einer gesamten Stärke von 22 mm. Zusammengesetzt ergibt sich ein Würfelmuster nach klassischem Renaissance-Vorbild. Durch die bewusste Vergrößerung des Maßstabs entsteht ein beeindruckender dreidimensionaler Effekt, der beim Betreten des Saals sofort ins Auge fällt.

Sichtlich begeistert über das professionelle Handwerk unserer Parkettleger: Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker bei der Präsentation des neuen renovierten Hansasaals Ende 2022 (begleitet von der WDR Lokalzeit).

Handwerkliche Präzision von der Vorbereitung bis zur Pflege

Die Arbeiten umfassten neben der eigentlichen Verlegung des Tafelmusters auch umfangreiche Unterbodenvorbereitungen: Das Schleifen und Absaugen des Estrichs auf 200 m², Abfräsen von Unebenheiten, Spachtelarbeiten sowie das Schließen von Estrichfugen und Rissen. Rund 210 laufende Meter Randfriese aus Eiche Natur rahmen das Würfelparkett ein und leiten den Blick elegant entlang der Saalwände. Veredelt wurde das Parkett mit Craft Oil 2K von Bona, einem hochwertiges Öl, das die natürliche Schönheit der drei Holzarten unterstreicht. Den Abschluss bildeten das maschinelle Polieren und die sorgfältige Einpflege der gesamten Fläche.

Zusammen mit dem wiederhergestellten wabenförmigen LED-Beleuchtungskonzept – einer Neuinterpretation des Deckenentwurfs aus den 1970er-Jahren – verbinden sich Boden, Wand und Decke zu einem stimmigen Gesamtbild, in dem historische Substanz und moderne Gestaltung in einen spannungsreichen Dialog treten.

Maßarbeit aus der Bembé-Schreinerei

Um den faszinierenden, dreidimensionalen Effekt des Würfelmusters fehlerfrei in diesen Dimensionen umzusetzen, bedurfte es höchster Präzision bereits lange vor der eigentlichen Verlegung. Auf Basis einer detaillierten und großformatigen technischen Zeichnung wurde das exakte Verlegebild für den Hansasaal visualisiert und berechnet. Anschließend fertigte unsere hauseigene Schreinerei die einzelnen Rauten- und Randelemente millimetergenau an. Jede Verbindung und jeder Zuschnitt wurden mit größter handwerklicher Sorgfalt in unserer Manufaktur ausgeführt. Nur durch diese detailverliebte Vorarbeit unserer Schreiner konnte auf der Baustelle ein so nahtloses, perfekt proportioniertes Meisterwerk entstehen, das dem historischen Wert des Saals voll und ganz gerecht wird.