Diese Frage ist immer wieder sehr schwer zu beantworten. Wir möchten es dennoch versuchen. Estriche im Wohnbereich sind in der Regel für eine Verkehrslast von 1,5 KN/m² ausgelegt. Mit einem Aquarium oder einem anderen schweren Gegenstand, der einen Druck von rund 153 kg/qm ausübt, wäre dieser Wert bereits überschritten. Sie sollten also zuächst klären, ob die Estrichkonstruktion der Last gewachsen ist.
Nun aber zum Parkett.
Unsere Antwort bezieht sich ausschließlich auf fest mit dem Estrich verklebtes Parkett. Der beim Parkett entscheidende Wert ist die Beanspruchbarkeit durch Querdruckkräfte. Der Wert gibt im Prinzip an, ab welcher Kraft bleibende Quetschungen des Holzes erfolgen. Aber: Die Werte werden mit absolut planen Prüfkörpern ermittelt, eine gleichmäßige Kraftverteilung ist damit gegeben.
Dies ist bei Ihrem Aquarium mit Sicherheit nicht der Fall. Steht Ihr Aquarium beispielsweise auf 4 Füßen, wird das Parkett mit Sicherheit starke Eindrücke bekommen. Steht es auf einem Sockel, so liegt dieser wahrscheinlich auch nicht flächig auf dem Parkett auf, sondern nur mit dem Rahmen. Also ist auch hier die Verteilung des Gewichts auf die Auflagefläche zu beurteilen. Liegt diese Gewichtsverteilung dann deutlich unter der mittleren Querdruckfestigkeit, so ist die Gefahr für Eindrücke bei absolut planen Flächen nicht vorhanden. Absolut plane Fächen sind jedoch weder vom Parkett noch vom Sockel des Aquariums zu erwarten. Das Risiko von Quetschungen der Holzfaser bleibt also hoch.
Ein Beispiel: Der Sockel eines Aquariums hat folgende Abmessungen: 180cm x 60cm, der Rahmen hat eine Dicke von 1,5cm und liegt voll auf dem Parkett auf. Daraus ergibt sich eine Auflagefläche von 720cm². Bei einem Gewicht von Aquarium, und Sockel von 1000kg ergäbe sich ein Druck pro cm² von 1,39 kg/cm². Damit würde es nicht zu einer Quetschung des Holzes kommen.
Aber: Wie schon erwähnt gilt das nur bei absolut planen Flächen. Sind Sockel oder Holz geringfügig uneben und liegt der Sockel beispielsweise nur an drei Punkten mit vieleicht 10cm² auf so erhöht sich der Druck an dieser Stelle auf 70 kg/cm². Damit ist die Druckfestigkeit von Holz um ein vielfaches überschritten.
Das Holz wird also solange gequetscht, bis alle Flächen gleichmäßig tragen. Die Quetschungen sind nicht reversibel.
Das ist für Sie sicher eine unbefriedigende Antwort.
Die Antwort ist trotzdem einfach: Sie müssen eine möglichst große Kraftverteilung erreichen und das Parkett nimmt keinen Schaden.
Vorgenanntes Beispiel bezieht sich auf den Einsatz von Eiche-Massivparkett. Das Beispiel lässt sich aber auch auf andere Hölzer übertragen. Je weicher, desto größer ist die Gefahr von Beschädigungen.
Schwimmend verlegtes Mehrschichtparkett (Fertigparkett) sollten Sie nicht einsetzen. Hier ergeben sich allein durch die Verlegeart weitere Risiken.
Und denken Sie auch daran, sich die Tragfähigkeit des Estrichs bestätigen zu lassen.